„Den Porridge bekomme ich nach der ersten Unterrichtsstunde zu essen“, berichtete die 13-jährige Carolina, der ich kürzlich bei meinem Malawi-Besuch begegnet bin. Ob sie vor davor schon etwas gefrühstückt hätte, wollte ich wissen. Sie war zeitig am Morgen aufgestanden und hatte den weiten Schulweg zu Fuß zurückgelegt. „Nein“, antwortete sie, „wir haben zu Hause nichts zu essen.“

Mary‘s Meals Österreich unterstützt in Malawi Tausende Schulkinder mit täglichen Mahlzeiten und ermöglicht ihnen damit den Unterrichtsbesuch – so auch die Schüler der Chanunka School, die Carolina besucht. Sie liegt am Fuße des Mount Mulanje, einem Bergmassiv im Süden von Malawi, dessen Ausläufer von grünen Teeplantagen bedeckt sind. Die malerische Landschaft kann jedoch nicht über die Armut hinwegtäuschen, in der die Menschen in dieser Gegend leben. Am Rande des Weges, der zur Schule führt, sehe ich Familien mit Babys und Kleinkindern auf dem lehmigen Boden sitzen und geduldig auf die Maisrationen warten, die ihnen von der Regierung versprochen worden sind.

Malawi leidet besonders unter dem Klimawandel mit Dürren und Überschwemmungen und die verheerenden Folgen des Zyklons „Freddy“, der im Feber und März 2023 einen Monat lang gewütet hat, sind noch überall sichtbar. 71 Prozent der Menschen in Malawi leben derzeit unter der absoluten Armutsgrenze, die laut Weltbank bei 2,15 US-Dollar pro Tag und Person liegt, 37 Prozent der Kleinkinder sind in ihrem Wachstum zurückgeblieben, und in allen 28 Distrikten von Malawi herrscht Nahrungsunsicherheit.
Mary‘s Meals ernährt in dem Land, das wegen der Herzlichkeit seiner Bewohner auch “Warmes Herz Afrikas” genannt wird, derzeit 1,3 Millionen Kinder an jedem Schultag. 70 bis 90 Prozent von ihnen schaffen nach der Grundschule den Sprung in weiterbildende Schulen, berichten mir immer wieder stolz ihre Lehrer und führen den Erfolg auf den täglichen Mais-Soja-Brei zurück, der zum regelmäßigen Schulbesuch anspornt.

Carolina aus der Chanunka School träumt davon, Krankenschwester zu werden, um den Menschen später helfen zu können. Und sie verabschiedet sich mit einer Bitte: “Hört nicht auf, uns zu helfen und den Porridge zu schicken.”
Danke, dass Sie mithelfen, das Versprechen einer täglichen Mahlzeit für jene zu halten, deren Stimme im Geschrei der Welt meist überhört wird, Kinder, die vor Hunger nicht mehr weinen können.
Bitte unterstützen Sie uns weiter, um Kindern wie Carolina Zukunft und Hoffnung zu schenken!
Einen gesegneten Advent
und frohe Weihnachten wünscht Ihnen
Christian Stelzer
Obmann von Mary‘s Meals Österreich



