Hinter jeder Mahlzeit stehen Taten der Liebe

Mary’s Meals – Dankeswallfahrt nach Medjugorje

Von 2. bis 4. Oktober 2026 fand in Medjugorje die traditionelle Internationale Mary’s Meals-Dankeswallfahrt statt. Pilger und Mary’s Meals-Unterstützer aus zahlreichen europäischen Ländern und aus Nordamerika trafen sich zum Gebet und Erfahrungsaustausch. Gemeinsam bestiegen sie den Kreuz- und Erscheinungsberg und nahmen am Abendprogramm der Pfarre teil. Ein Höhepunkt der Dankeswallfahrt war die heilige Messe mit dem schottischen Bischof John Keenan von der Diözese Paisley. In seiner Predigt erwähnte der Bischof das Monster des Hungers und sprach über die besondere Berufung, Kindern, denen das Nötigste zum Leben fehlt, zu dienen. 

Magnus MacFarlane-Barrow, der Gründer von Mary’s Meals – einer Ernährungsinitiative, die Schulmahlzeiten in den ärmsten Ländern der Welt bereitstellt und sich als eine Frucht der Ereignisse von Medjugorje sieht -, dankte allen Unterstützern für ihren treuen und großherzigen Dienst an den Ärmsten und berichtete über die jüngsten Entwicklungen der Ernährungshilfe.

„Ich möchte ein paar Dinge mit euch teilen, über die wir nachdenken können – Dinge, die sich in der Familie von Mary’s Meals ereignet haben, seit wir uns das letzte Mal getroffen haben“, so Magnus in seinem Vortrag.

„Im vergangenen Jahr haben wir 640.000 Kinder neu in das Programm von Mary’s Meals aufgenommen. Das war mit Abstand die größte Zahl an Kindern, die wir jemals innerhalb eines Jahres aufnehmen konnten. Sie befinden sich in 1.300 verschiedenen Schulen auf der ganzen Welt. Viele dieser neuen Schulen waren an Orten großen Leids, dort, wo die Lage am dunkelsten ist und wo Kinder am meisten leiden.
Ich weiß, dass Zahlen für uns in der Familie von Mary’s Meals niemals das Wichtigste sind. Aber manchmal helfen uns Zahlen, die gewaltige Dimension dessen zu verstehen, was Gott durch Mary’s Meals tut.
Im Verlauf dieses Monats werden wir, so haben wir berechnet, insgesamt mehr als vier Milliarden Mahlzeiten seit Beginn von Mary’s Meals ausgeteilt haben. Das ist unglaublich.
Es ist fast unmöglich, sich diese Zahl vorzustellen, nicht wahr? Ich glaube, vier Milliarden sind die Hälfte der heutigen Weltbevölkerung.
Hinter jeder einzelnen dieser Mahlzeiten stand eine ganze Reihe kleiner und großer Taten der Liebe: die Person, die gebetet hat; die Person, die gespendet hat; die Person, die ihre Zeit geopfert hat, um anderen von Mary’s Meals zu erzählen; die Person, die ihre Zeit gegeben hat, um die Mahlzeit für ein Kind zu kochen und auszuteilen.
Die Zahl dieser kleinen Taten der Liebe ist also sehr, sehr viel größer als vier Milliarden.
Aber, wie gesagt, für uns geht es nicht wirklich um die Zahlen.
Es geht um einzelne Kinder – Kinder mit Namen, Kinder mit Gesichtern.

Treue im Dienen

Ein Wort, das mir in diesen Tagen beim Beten immer wieder in den Sinn kommt, ist: Treue. Wenn ich über die Geschichte von Mary’s Meals nachdenke, denke ich über die Entscheidungen nach, die wir treffen – die wir alle treffen. So viele Menschen auf der ganzen Welt entscheiden sich dafür, etwas Gutes zu tun. Und dann kommt diese Treue hinzu, denn bei Mary’s Meals geht es niemals darum, ein Kind nur einen einzigen Tag lang zu ernähren, so als ob dann alles gelöst wäre.
Mary’s Meals funktioniert nur dadurch, dass wir dieses Versprechen treu jeden Tag, Jahr für Jahr, halten. Und dann sehen wir die Veränderung. Ohne Treue funktioniert Mary’s Meals nicht. Deshalb habe ich über die Entscheidungen nachgedacht, die wir treffen, über Treue und Fruchtbarkeit, über die Frucht, die daraus entsteht.
Wir sprechen davon, dass Mary’s Meals eine Frucht von Medjugorje ist, eine Frucht des Gebets. Wenn ich das jetzt, wo ich älter werde, betrachte, sehe ich: Wenn Menschen gute Entscheidungen treffen und ihnen treu bleiben, entstehen alle möglichen Früchte, vielleicht nicht immer so spektakuläre, messbare Früchte wie bei Mary’s Meals. Manchmal geschieht das auch in unserem eigenen Leben, nicht wahr? Früchte aller Art. Früchte des Heiligen Geistes in unserem Leben, in unseren Familien – Frieden, Freude – Treue ist eine Frucht des Heiligen Geistes. All diese Dinge, die für unser Leben, unsere Familien und unsere Gemeinschaften ein Segen sind.
Und natürlich verehren wir einen Gott, der Entscheidungen trifft, der treu ist und derjenige ist, der diese Früchte hervorbringt. Wir können eine Frucht nicht selbst herstellen, oder? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich wüsste nicht, wie man einen Apfel herstellt. Ich weiß vielleicht, wie man einen Baum pflanzt, ihn gießt, beschneidet und düngt, und dann wachsen vielleicht Äpfel. Aber ich könnte keinen Apfel machen. 

Gott trifft die Entscheidungen. Wir lesen es doch in der Heiligen Schrift, im Ersten Johannesbrief: Gott sagt uns sinngemäß: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, hinauszugehen und Frucht zu bringen – Frucht, die bleibt. Unser Gott ist also ein Gott, der erwählt. Er erwählt uns, jeden Einzelnen von uns, und bestimmt uns dazu, Frucht zu bringen. Und dann entscheiden wir. Gott gibt uns unsere Freiheit. Wir können ihn wählen.
Wir können uns entscheiden, Ja zu sagen, wenn er uns auffordert, hinauszugehen und Frucht zu bringen, oder wir können Nein sagen. Und in der Familie von Mary’s Meals sehe ich Menschen, die Ja sagen: „Ja, Herr, sende mich.“

Maria – unser bestes Vorbild

Ich glaube, wenn wir über diese Dinge nachdenken – Entscheidungen, Treue, Früchte und Fruchtbarkeit –, dann ist natürlich unser bestes Vorbild Maria, unsere selige Mutter, in all diesen Dingen. Gott erwählte sie, als er den Engel Gabriel zu ihr sandte. Aber sie traf diese unglaubliche Entscheidung, Ja zu sagen. Und nur durch dieses Ja wurde die Frucht ihres Leibes geboren, die wir im Ave Maria immer wieder nennen, vielleicht ohne darüber nachzudenken: Die Frucht ihres Leibes – Jesus. Und natürlich war sie eine treue Mutter. Sie war ihr ganzes Leben lang in vielerlei Hinsicht treu.
Aber vielleicht wird es besonders deutlich, wenn wir daran denken, wie sie unter dem Kreuz stand, als ihr Sohn starb und sie sich dafür entschied, ihrem Sohn treu zu bleiben.
Es muss so verlockend gewesen sein, wegzulaufen und nicht angesichts dieses Grauens dort zu sein. Aber sie entschied sich zu bleiben, bei ihm zu sein.
Und ich denke über ihre Treue auch heute nach – darüber, dass sie hierherkommt. 45 Jahre lang kommt sie jeden Tag hierher.
Und vielleicht ist es ein bisschen wie bei Mary’s Meals: Es besteht die Gefahr, dass es uns einfach selbstverständlich erscheint, dass wir uns daran gewöhnen und es als gegeben hinnehmen. 

Es ist ähnlich bei Mary’s Meals: „Ach, jeden Tag dasselbe – noch eine Mahlzeit, noch eine Mahlzeit.“
Aber es ist nicht jeden Tag dasselbe im Leben dieser Kinder, all dieser unterschiedlichen Kinder.
Und wir sollten niemals als selbstverständlich hinnehmen, welchen Segen wir jetzt in dieser Zeit erfahren dürfen, in der die Mutter unseres Herrn uns auf diese Weise besucht – auf diese außergewöhnliche Weise, von der ich glaube, dass es so etwas noch nie zuvor gegeben hat. Mit dieser Einladung, dieser Bitte an uns. Sie möchte so sehr, dass wir ganz werden, dass wir Frieden haben. Und welches größere Geschenk könnte sie uns geben, als dass sie uns diese einfachen, klaren Anweisungen, Richtlinien oder Einladungen gibt – wie auch immer wir sie nennen wollen. 

Ihre Botschaften rufen uns vor allem immer wieder zum Gebet zurück. Mir fällt auf, dass sie bei allem anderen etwas nur einmal sagt. Aber wenn sie uns zum Gebet auffordert, sagt sie es oft so: dreimal. „Betet, betet, betet.“

Sie spricht mit uns über das Fasten und sagt uns, wie es Dinge verändern kann, die unmöglich zu verändern scheinen.
Ich glaube, das Fasten ist bei Mary’s Meals sehr wichtig.
Ich finde es wunderbar, dass das Team hier jeden Mittwoch und Freitag Menschen dazu einlädt, gemeinsam mit uns zu fasten und Brot zu essen.
Auch aus der Heiligen Schrift wissen wir, dass Fasten Dinge verändern kann. Gebet und Fasten zusammen können Dinge verändern, die sich sonst nicht verändern würden.
Vielleicht sind wir auf unterschiedliche Weise zum Fasten berufen. Aber ich glaube, es ist wirklich wichtig. Das ist für mich persönlich die schwierigste Botschaft Unserer Lieben Frau – selbst nach all diesen Jahren, in denen ich versucht habe zu fasten. So oft scheitere ich. Und manchmal ist es wie bei vielen Dingen: Man ist versucht, aufzugeben. Ich glaube, ein Teil des Sinns des Fastens – und ich glaube, die meisten von uns empfinden es als schwierig – besteht auch darin, dass es uns Demut lehrt. Ich glaube, dass Fasten ohne Gebet unmöglich ist, ohne darum zu bitten, dass Gott uns beim Fasten hilft.
Und dann spricht Unsere Liebe Frau natürlich zu uns über die Beichte.
Hier sehen wir in Medjugorje eine besondere Gnade: dieses Verlangen, das so viele von uns verspüren, wenn sie hierherkommen – zu beichten und das Geschenk der Beichte anzunehmen.
Und auch hier glaube ich, dass in unserer großen Familie von Mary’s Meals – die auf der ganzen Welt so groß ist, weit über diejenigen hinaus, die hier bei uns sind – die Versöhnung mit Gott und miteinander von großer Bedeutung ist.

Es ist die Art und Weise, wie wir diese Arbeit tun, die Menschen anzieht, und die sehr oft einen Menschen auf eine Reise zu Jesus, zu Gott, führt. Deshalb danke ich euch allen – nicht nur dafür, dass ihr Teil dieses Werkes seid und Ja gesagt habt.

Ich danke euch auch dafür, wie ihr es tut: mit Freude.

Eine Botschaft der Muttergottes für Mary’s Meals

Ich möchte ich mit einer Botschaft Unserer Lieben Frau abschließen. Sie gab diese Botschaft vor 22 Jahren. Damals versammelte sich eine kleine Gruppe von uns in unserem Exerzitienzentrum in Schottland, und wir beteten für Mary’s Meals. Das war noch ziemlich am Anfang von Mary’s Meals.“

Dann wendet sich Magnus an Milona Habsburg, die sich unter den Unterstützern von Mary’s Meals befindet, und sagt: „Milona, du warst damals dabei. Möchtest du ein paar Worte darüber sagen?”

Dann berichtet Milona:

“Es war für viele von uns eine Überraschung. Magnus war gerade mit seiner Schwester Ruth aus Malawi zurückgekommen und wir saßen dort zusammen und sprachen über unsere Erinnerung an Pater Slavko.

Am 25. August 2004 hatte Unsere Liebe Frau gesagt: „Ich rufe euch alle zur Bekehrung des Herzens auf. Wie in den ersten Tagen meines Kommens hierher, entscheidet euch für die vollkommene Änderung eures Lebens.“

Wir fragten uns, wie wir das tun sollten. Als wir jung waren, hatten wir unsere Heimat und unsere Länder verlassen, um hierherzukommen und zu dienen. Aber inzwischen waren wir verheiratet, hatten Kinder.

Und dann baten wir die Gospa (kroatisch für “Gottesmutter”), uns etwas Konkretes zu geben.

Und an diesem Abend, dem 25. September 2004, als wir in Craig Lodge (dem Exerzitienhaus von Magnus’ Eltern) zusammensaßen, sagte die Gospa: 

„Liebe Kinder. Auch heute rufe ich euch auf, dort Liebe zu sein, wo Hass ist, und Nahrung, wo Hunger ist. Öffnet eure Herzen, meine lieben Kinder, und mögen eure Hände ausgestreckt und freigebig sein, damit durch euch jedes Geschöpf Gott dem Schöpfer dankt. Betet, meine lieben Kinder, und öffnet euer Herz der Liebe Gottes, aber ihr könnt es nicht, wenn ihr nicht betet. Deshalb betet, betet, betet. Danke, dass ihr auf meinen Ruf geantwortet habt.“

Und das traf uns wirklich mitten ins Herz. Für mich war in diesem Moment klar: „Ich muss mehr über Mary’s Meals erfahren und dafür etwas tun.“ Das war eine Veränderung des Lebens. Und ich verstand, dass es darauf ankommt, wie wir die Dinge tun. So haben wir uns dafür entschieden, weniger zu haben, damit jene, die nichts haben, wenigstens das Nötigste zum Leben haben. Es begann in diesem Moment eine Geschichte in meinem Leben, die bis heute nicht aufgehört hat und die ständig weitergeht.“ 

Magnus: „Ich glaube, dass diese Worte Unserer Lieben Frau eine zentrale Botschaft für die Familie von Mary’s Meals geworden sind. Danke, Milona!“