Mediziner Nyasha:
Wie Mary’s Meals den Lebensweg von Nyasha in Malawi geprägt hat
Nyasha Ngulube ist einer von Millionen junger Erwachsener in Malawi, die als Kinder von Mary’s Meals versorgt wurden. In dieser Geschichte erklärt er, warum die tägliche Schulmahlzeit seine Rettung war: Sie versorgte ihn nicht nur mit dringend benötigter Nahrung, sondern ermöglichte ihm auch die notwendige Bildung, um sich ein Leben aufzubauen, das ihn von seiner Heimat bis nach Australien führte.
Mit 22 Jahren hat Nyasha bereits viel erreicht. Derzeit studiert er Medizinische Laborwissenschaft an der Kamuzu University of Health Sciences in Blantyre und hat sich zudem einen Platz in einem Innovationsprojekt der University of Melbourne gesichert, bei dem ein tragbares Diagnosegerät zum Nachweis von Syphilis entwickelt wird. Im Rahmen der Forschung reiste er nach Australien, in ein Land, in dem noch niemand aus seinem Umfeld jemals gewesen ist.
Eine schwierige Kindheit
Es ist ein Leben, das er nie für möglich gehalten hätte. Nyasha wuchs mit seinen zwei Brüdern und einer Schwester im ländlichen Malawi auf und hatte mit Hunger und Armut zu kämpfen. Seine Eltern hatten keine feste Anstellung, die Familie hatte, wie er sagt „gerade so von der Hand in den Mund gelebt“. An den meisten Tagen gab nur eine Mahlzeit.
„Es war hart“, erzählt Nyasha, „Das Überleben war schwierig. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals aus dieser Situation herauskommen würde. Ich hatte keine Zukunft vor mir. Es war schwer, als Kind in dieser Situation zu sein. Auch der Schulbesuch war nicht immer möglich“.
Nyasha fehlte oft im Unterricht, weil er seinen Eltern helfen musste nach Essen zu suchen oder als Taglöhner Geld für die Familie zu verdienen. „Wenn ich morgens aufwachte, musste ich darüber nachdenken, wo ich Essen beschaffen konnte“, erinnert er sich. „ich war oft traurig, wenn ich sah, wie meine Freunde zur Schule gingen und ich daheim bleiben musste.“
Mehr als eine Mahlzeit
Das Leben begann sich zu ändern, als Nyasha in der 11. Klasse war und Mary’s Meals an seiner Schule damit begann, Porridge auszugeben. Er hörte davon von Freunden, die diese Schule besuchten. Anfangs war es nicht die Bildung, die ihn jeden Tag ins Klassenzimmer brachte. Es war die Aussicht auf eine tägliche Mahlzeit! Erst später verstand er den doppelten Zweck der täglichen Schulmahlzeit, sie dient sowohl der Ernährung als auch der Bildung.

„Ich wusste zunächst nicht, dass die täglichen Mahlzeiten gleichzeitig meine Bildung vorantrieben. Diese beiden Dinge sind zusammengekommen, aber ohne diese Mahlzeiten hätte ich meine Bildung und meine Karriere nicht verfolgt. Und noch etwas ist passiert: Vor Mary’s Meals gehörte ich nicht zu den Besten meiner Klasse, aber nach Mary’s Meals war ich immer einer der Besten, ich war immer unter den ersten drei.“
Nach der Grundschule bestand er seine Prüfungen sehr erfolgreich, um auf eine staatliche weiterführende Schule zu kommen und anschließend an die Universität zu wechseln. Nyasha hofft, sein Studium bis zum Masterabschluss fortzusetzen und sich auf Infektionskrankheiten zu spezialisieren.
Eine bessere Zukunft
Er beschreibt Mary’s Meals als seine Rettung. Auch für seine Eltern bedeutete es eine große Erleichterung, dass ihre Kinder zu essen bekamen und zur Schule gehen konnten.
„Ohne Mary’s Meals hätte ich wohl keine Motivation gehabt, Freude am Lernen zu entwickeln. Es hat etwas in mir geweckt, das vorher nicht da war. Als Mary’s Meals in mein Leben kam, begann ich, Hoffnung für meine Ausbildung und meine Zukunft zu schöpfen“, Ich wusste, dass die Zukunft nun besser wird.“, stellt Nyasha fest, „Mary’s Meals und Bildung sind zwei wichtige Dinge, die wir in Malawi nicht voneinander trennen können! Die Lage in Malawi ist schwierig, es ist eines der ärmsten Länder der Welt, die Lebensumstände sind ziemlich hart. Deshalb braucht man diese Art von Motivation. Man kann Mary’s Meals nicht von der Bildung trennen. Ich würde sagen: Mary’s Meals plus Bildung sind die Leuchttürme in eine gute und vielversprechende Zukunft.“
Ohne Mary’s Meals wäre Nyashas Leben seiner Meinung nach ganz anders verlaufen. „Ich wäre immer noch in den Dörfern und würde als Bauer arbeiten“, fügt er hinzu „und Hunger wäre mein ständiger Begleiter.“
In Malawi startete Mary’s Meals sein Schulernährungsprogramm zum ersten Mal. Nyasha erklärt eindringlich, warum die Arbeit von Mary’s Melas in seinem Land auch mehr als 20 Jahre danach noch genauso wichtig ist wie damals.



